Auf’s Land – verborgene Pfade im Thurgau
Momentan strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel – ein Umstand, den man als Bewohner des „kalten, zugigen Lochs namens St. Gallen“ (O-Ton eines Arbeitskollegen aus dem Rheintal) unbedingt zu einem Ausflug nutzen sollte. Und weil an solchen Tagen die einschlägigen städtischen Naherholungsgebiete (Drei Weieren, Wildpark, Gübsen, Rosenberg) bekanntlich von Heerscharen St. Gallern heimgesucht werden, fahren wir dann gern auf’s Land. Zum Beispiel in den Thurgau, da kommt man sogar mit dem Velo hin, ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen, da es bergab geht (die Heimfahrt ist dafür etwas mühsamer).

Quelle am Thonisteg
Auf der Suche nach neuen Zielen in der näheren Umgebung stießen wir auf der Webseite von Arbon auf die Themenwege “Kulturpfade” rund um Frasnacht bei Arbon. Also, bequeme Schuhe angezogen, Sonnenbrillen aufgesetzt und los nach Frasnacht. Wenn man mit dem Auto kommt, stellt man dieses am besten hinter der Kirche ab und folgt dann dem Schild Richtung Kratzern. Dort stößt man am Ende der Straße auf die Mostgalerie und das Strohhotel der Familie Stäheli. Wir erwarteten nun Hinweisschilder oder Tafeln zu den Kulturpfaden, wurden allerdings nicht fündig. Glücklicherweise saßen die Stähelis im Garten, und als wir sie nach den Themenwegen fragten, eilte Frau Stäheli sofort ins Haus. Kurz darauf tauchte sie mit mehreren Flyern wieder auf. Diese bestanden jeweils aus einer Karte, in der verschiedene Punkte eingezeichnet waren, und den dazugehörigen Beschreibungen. Wir entschieden uns für die mittlere Tour mit dem schönen Namen “Obstgarten“.

Obstsorten-Sammlung
Der Weg führte uns von Kratzern durch Frasnacht über Steineloo, Hofen und Feilen zum Bühlhof und von dort zurück nach Kratzern. Auf den ungefähr 5 Kilometern waren insgesamt 28 Punkte eingezeichnet, von denen die markantesten sicher die Obstsortensammlung, der Findlingsgarten und das Seewasserwerk waren. Das eigentlich Erstaunliche und Interessante an dieser Wanderung waren jedoch gerade die Stellen, die wir ohne den Flyer nie bemerkt hätten und an denen wir achtlos vorbeigelaufen wären. In den Erklärungen zum Kulturpfad waren viele Fakten zur Landschaft, Geologie, Geschichte und Architektur liebevoll zusammengetragen, so dass aus einem einfachen Spaziergang eine kleine Wissens-Expedition wurde. Ein wirklich gelungener und empfehlenswerter Ausflug! Wer sich nicht darauf verlassen will, dass Familie Stäheli daheim ist, kann sich die Wegbeschreibung übrigens auch aus dem Internet ausdrucken.

Findlingsgarten
Noch ein echter Provinzpop-Tipp für die Freizeitplanung: 101 Ausflüge, eine Art Katalog für Ausflugsziele in der Region Bodensee – Ostschweiz. Das ist ein Webprojekt der Stadt Romanshorn und eine ziemlich gute Idee. Mit Hilfe der erweiterten Suche kann man sich Ausflüge nach individuellen Vorstellungen anzeigen lassen, wobei auch solche Kriterien wie Schlechtwettertauglichkeit oder Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln berücksichtigt werden können.

Der Thurgi-Apfel
(taro)