Provinzpop – aus St. Gallen

Pedal-Heroes dank E-Bike

August7

Da Sonne in letzter Zeit Mangelware war, haben wir heute das schöne Wetter gleich zu einem Ausflug an den Bodensee genutzt. Aber nicht mit dem Auto oder dem Töff, sondern mit dem Pedelec;-) Mit dem… was?! Pedal electric cycle, auch besser bekannt als E-Bike. Ihr wisst schon, das sind diese Velos für Warmduscher, wo man beim bergauf fahren einen Elektromotor dazu schalten kann. Natürlich sind wir nicht im Besitz von solchem Teufelszeug, aber ausprobieren wollten wir es trotzdem. Deshalb sind wir zur Velostation am Bahnhof gegangen und haben uns dort 2 flotte Flyer E-Bikes ausgeliehen (mehr Infos gibt es unter www.rentabike.ch).

Der einzige Unterschied zu einem normalen Fahrrad ist der Akkupack am Rahmen unterhalb des Sattels und ein kleines Gerät am Lenker. Dort muss man auf „Power“ drücken und schon kann es losgehen. Es gibt drei Stufen, in denen man sich unterstützen lassen kann – Eco, Standard und High. Aber natürlich kann man auch ganz ohne Unterstützung fahren, also nur mit Muskelkraft. Das heißt dann „no assistance“. So ging es dann auch erst einmal los. Quer durch die Fussgängerzone beim Samstagsshopping (kleiner Spass!), dann raus aus der Stadt Richtung Rorschach. Bei der schnellen Abfahrt zum Bodensee erreichten die kleinen Flitzer auch ohne Motor rasante 44 km/h, aufgrund meiner mangelnden Downhill-Erfahrung wurde es mir da doch schon ein bisschen mulmig zumute. Aber dafür waren wir schnell in Rorschach. Da war nämlich heute Flohmarkt an der Seepromenade (juhu!), das hatten wir natürlich vorher in der Gratiszeitung Anzeiger gelesen und die Tour dementsprechend geplant.

Den Rorschacher Flohmarkt kannten wir bislang nicht, aber wir können ihn durchaus empfehlen, er ist nämlich verdammt groß und wer da nichts findet, ist selbst Schuld. Was die Qualität der Angebote anging, waren wir positiv überrascht, viele Stände hatten Antiquitäten und verschiedenste Dinge für Sammler im Angebot, es gab alten Schmuck, Geschirr und Besteck, ein bisschen wie auf der St. Galler Brocante, aber deutlich günstiger. Auf der anderen Seite hatte es natürlich auch Berge von Second-Hand-Kleidern, Schuhen, Elektronikschrott und jede Menge nutzlosen Trödel, aber das macht einen Flohmarkt ja erst perfekt. Ich habe auf jeden Fall ein paar kleine Schätze mit nach Hause genommen – alte Knöpfe und Spitzenborten und einen Zehner-Pack Wolle zum unschlagbaren Preis. Das größte Schnäppchen haben wir dann aber doch in St. Gallen gefunden, aber dazu später, schließlich mussten wir ja erst einmal wieder dahin zurück. Und noch ein bisschen Pedelec fahren.

Nach kurzer Stärkung nach dem anstrengenden Flohmarkt-Shopping ging es dann den Seeradweg entlang nach Arbon, das mögen wir so gern, ganz besonders das Freiluftcafé mit den Platanen (Hotel „Rotes Kreuz“), wo wir natürlich auf einen Kaffee einkehren wollten. Bislang haben wir bei früheren Ausflügen immer Pech gehabt und keinen Platz mehr im Freisitz gefunden – da diese Lokalität bei gutem Wetter immer proppevoll ist. Aber heute hatten wir Glück, da wir zur späten Mittagszeit einradelten – da waren die St.Galler und Arboner wohl noch am “Poschten”.

Wir blieben aber nur kurz, dann fuhren wir noch ein wenig am See entlang und weiter über Roggwil, Rüti, Watt, Wiesen und Apfelplantagen nach Wittenbach. Dabei konnten wir endlich auch den E-Assistenten zum Einsatz bringen, was sehr angenehm ist und auch bergauf eine beachtliche Geschwindigkeit von ca. 16-18 km/h ermöglicht.

Von Wittenbach radelten wir dann locker-flockig zum alten Gallus zurück, denn der hielt auf seinem Platz heute auch Flohmarkt ab. Wir schlenderten also noch ein bisschen rund um das Kloster herum und erwarteten eigentlich nur den bekannten Trödel und da passierte es! Mitten zwischen den üblichen Verdächtigen stand ein echtes, großes, massives Velbon, das Manuel mit seinem Fotografenblick sofort ausgespäht hatte. Für alle Nicht-Fotografen: Ein Velbon ist ein Stativ, und zwar eine ziemlich gute und teure Marke. Nun ist Manuel nicht nur ein guter Fotograf, sondern auch ein guter Feilscher, deshalb konnte er nach einigen Diskussionen mit dem Verkäufer das gute Stück für 65 Stutz nach Hause tragen.

Nach einem derart erfolgreichen Abschluss des Tages blieb uns nur noch, die Velos wieder abzugeben und unsere schmerzenden Hinterteile in den Bus zu befördern. Der Verleih eines E-Bike kostet bei der SBB-Velostation übrigens 45 Franken pro Tag. Zugegeben, nicht ganz billig der Spass, aber ein Spass war’s allemal!

taro

posted under Allgemein, St. Gallen

Email will not be published

Website example

Your Comment: