Provinzpop - aus St. Gallen

Openair Schlamm St. Gallen

Juni30

Eine junge Dame legt am Samstagnachmittag im innerstädtischen Denner-Markt eine Flasche Wasser auf den Tresen. „Zum Trinken oder zum Umfüllen?”, fragt die Kassiererin die verdutzte Käuferin. Am Openair St.Gallen zeigt sich, dass Discount-Preise und guter Service sich nicht ausschließen müssen, denn am Packtisch standen kostenlos frische 1,5-Liter PET Flaschen zum Umfüllen von Getränken zur Verfügung. Somit bewahrte die aufmerksame Kassierin unsere Festivalbesucherin vor einem überflüssigen Wasserkauf (ist ja schließlich kein Alkohol drin) und die Ansammlung von leeren Glasflaschen ließ erkennen, dass im Discounter bereits so mancher Jacky-Cola gemixt worden war;-)
open Air St.Gallen 1

Am vorigen Wochenende war es wieder einmal so weit, das Sittertobel vor den Toren St. Gallens war Schauplatz des jährlichen Open-Air-Festivals, welches für uns in diesem Jahr leider erst am Samstag Mittag begann. Auf der Suche nach Bier in PET-Flaschen (für die Orts-Unkundigen unter unseren Lesern: Plastikflaschen sind auf dem Festivalgelände gestattet, Glas oder Alu jedoch nicht) kam bereits in der Innenstadt Open Air Feeling auf, denn auffällig viele Gummistiefelträger liefen durch die Gassen. Da es Freitagnacht anfing ausgiebig zu regnen, konnte das Festival nach einigen Jahren der Trockenheit wieder seinem Ruf als “Open Schlamm” gerecht werden. Der Zustand der Stiefel und der Restbekleidung von den Festivalbesuchern ließ uns kurz zweifeln, ob wir unseren vorsoglich angezogenen Wanderschuhen das Sittertobel wirklich zumuten könnten, zumal es noch immer in Strömen goss. Aber die Chance, noch ein Paar des begehrten Schuhwerks aus Gummi zu ergattern, war sowieso verschwindend gering, also blieb nur der Härtetest für Meindl und Co. Mit dem obligatorischen „Schützengarten“ bewaffnet ging es dann ans Festivalgelände…
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Teenage-Rockstar werden

Mai4

Wer von DSDS und anderen Casting-Shows die Nase voll hat, aber trotzdem musikalisches Talent hat, sollte aufhorchen. Zumindest, wenn sie oder er zwischen 12 und 18 Jahre alt ist und eine Videokamera, bzw ein Fotohandy bedienen kann. Auf www.teenage-rockstar.at gibt es seit kurzem ein Casting-Format im Internet, das den musikalischen Nachwuchs fördern will, und laut Pressemitteilung ganz ohne Häme und Zynismus auskommen will. Ins Leben gerufen hat die Plattform Musikproduzent und Songwriter Christof Straub von Papermoon (AT).

Mitmachen bei Teenage-Rockstar ist recht einfach: Kids und Teens filmen sich während sie singen, Gitarre, Bass oder Schlagzeug spielen und laden ihr  Video bis 1. Juli auf dem Portal hoch. User, Fans, Freunde, Familie oder die Konkurrenz kommentieren und bewerten die Talentproben dann. Die am besten bewerteten Nachwuchsmusiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verbringen Ende August eine Woche im “Teenage Rockstar Summercamp” am Wolfgangssee, wo sie Coaching erhalten sollen und eine CD produzieren werden.  Auch in den Folgejahren, gesetzt den Fall das Rockstar Summercamp wird fortgeführt, seien die Gewinner eingeladen, jedes Jahr (bis zu ihrem 18. Geburtstag) das Sommerlager zu begleiten und so einen tiefen Einblick ins Musik-Geschäft zu erhalten.

Die Technik hinter Teenage-Rockstar ist eine open-Source-Lösung namens OS-Tube. Beeindruckend, was mit kostenfreien Programmen möglich ist - auch wenn an einigen Stellen die Bedienung des Portals etwas gewöhnungsbedürftig ist. Leider lassen sich die Videos nicht auf anderen Webseiten einbetten (oder ich hab den Knopf einfach nicht gefunden) - was eine Crosspromotion für die Kids etwas schwerer macht. Die Qualität der Beiträge ist, im Gegensatz zu manchen Youtube-Channels, häufig sehr gut . Leider gibt es noch nicht sehr viele verschiedene Teilnehmer, aber ein paar Favoriten lassen sich schon jetzt ausmachen. So zeigt Moritz (16) aus Wien, dass er seinen Bass sehr gut beherrscht und wahrscheinlich ein Fan der Red Hot Chily Peppers ist. Ebenfalls überzeugend ist der 13jährige Max, der Schlagzeug spielt (hier z.B. wäre eine bessere Tonqualität wünschenswert!). Bei den Jungs und Mädels am Mikrofon haben die Sängerinnen eindeutig die Nase, bzw Stimme vorn. Erwähnenswert ist zum Beispiel Nathalie (15) ebenfalls aus Wien.

teenage-rockstar Video.

Teenage-Rockstar Video: Klicken, um zur Plattform zu gelangen.

Die meisten Videos sind nicht professionell aufgenommen worden. Interessant ist, welche Qualität man mittlerweile mit einem Fotohandy hinbekommen kann -  allerdings hakt es beim Ton leider in vielen Videos. So gehen manche gute Performances leider etwas unter. Aber auf der anderen Seite: wer über ein wackeliges Fotohandy-Video gut rüberkommt, der dürfte mit professionellem Equipment nur gewinnen können :-) Ich bin gespannt, wer am Ende das Rennen macht und “Teenage-Rockstar” wird - und vor allem drücke ich dem Initiator die Daumen, dass noch ein paar mehr Musikbegeisterte auf der Plattform mitmachen.

(maro)

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Literaturfest Rückblick

Mai3

Am vergangenen Wochenende fand das zweite Literaturfest “Wortlaut” in St. Gallen statt. Am 25. April konnte man für 20 Franken 16 Stunden St.Galler Literatur in all seinen Facetten ­geniessen. Natürlich hat sich Provinzpop diese Chance nicht entgehen lassen und einige Veranstaltungen besucht. Wir nutzten das schöne Wetter um durch die Stadt zu flanieren, da und dort zuzuhören und dabei ungewöhnliche Veranstaltungsorte zu entdecken. Natürlich konnten wir nicht alle Lesungen besuchen - aber unsere kleine Rundreise ergab doch einen recht repräsentativen Querschnitt.

Comedia Buchhandlung (16.30 Uhr)

Eine Comiclesung mit Tobias Fend (Stimme) und Beat Wipf (Gitarre). Tim in Tibet: Der Comic-Klassiker live vertont. Im Untergeschoss der Comedia Buchhandlung drängten sich geschätzte 20 Personen, die gespannt den Abenteuern von Tim, Kapitän Haddocks und den anderen Charakteren lauschten. Tobias Fend leistete ganze Arbeit. Leider war der Projektor nicht immer richtig scharf eingestellt und die hinteren Ränge konnten so die Comic-Strips an der Wand nicht ganz genau erkennen. Nach einer halben Stunde und dem Ende des ersten Teil des Abenteuers ging es weiter - gut, dass die gesamte Geschichte noch zu Hause nachgelesen werden konnte!

Vadian Bank (17.30 Uhr)

Autolesung

Lesung rund ums Automobil

In den ehrwürdigen Kellerräumen der Vadian Bank brachte die Autorengruppe “Ohrenhöhe” eine szenische Lesung zum Thema “Auto”.  Unter dem Titel “Gedieselt am 4. Fiat” erzählte die Ohrenhöhe unter anderem von merkwürdigen Ausflügen, sinnlichen Waschtagen, unverhofften Unfällen und vielem mehr.  Auch wenn szenisches Theater eigentlich nicht unser Fall ist, überzeugte uns die Darbietung (1 Stunde) voll und ganz. Leider war der große Raum nur wenig gefüllt - aber so gab es für jeden Zuhörer am Ende derVorstellung ein Duftbäumchen fürs Auto. Beim Apéro plauderten wir noch ein wenig mit René Oberholzer, Charlotte Maier und Helen Knöpfel von der Ohrenhöhe. Einziger Wermutstropfen: die unfreiwillig komische “Werbepause” vom GF der Vadian Bank vor der Lesung :-)
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Schweizer Felsenputzer

April16

Die Schweiz ist, gemessen an den umliegenden Ländern, ein sehr sauberes Land. Nirgendwo sonst gibt es Güsel Ranger - und die St.Galler kennen sicher noch den SauBÄR (auch bekannt als Bärsau *g*). Aber nicht nur die Städte werden sauber gehalten, sondern auch die Berge sollen strahlen. Dazu gibt es die Schweizer Felsenputzer. Die kümmern sich um den bösartigen Vogeldreck, den widerborstige Vögel einfach so auf die Berge und Felsen fallen lassen. Für diese ehrenvolle Aufgabe sucht das Schweizer Tourismusbüro noch Freiwillige. Aber, seht selbst:

Madmusic - Pop aus St. Gallen

April5

Vor einigen Tagen lernte ich beim St. Galler Blogstammtisch ein paar andere Blogger aus unserer schönen “Nebelstadt” und der Umgebung (ja, auch der weiteren) kennen. Einer davon war Mathias a.k.a. Madial - neben seinem Blog hat er auch eine kleine Webseite namens www.madmusic.ch. Dort geht es, wer hätte das gedacht - um Musik. Madials Musik, genauer gesagt - denn wenn er nicht gerade als Tonmann für Filmproduktionen unterwegs ist, macht er Popmusik vom Feinsten. Dankenswerterweise gibt es dort die Stücke auch als Mp3-Download in voller Länge.

Wer auf gut produzierte Popmusik steht, sollte auf alle Fälle einmal reinhören. Außerdem hat Mathias einige Kollaborationen mit deutschen und Schweizer Musikern gemacht. Etwas aus dem ansonsten locker-leichten Rahmen fallen die Songs “Demon” und Recyclingplastiktüten. Beim zweiten Stück scheint den gebürtigen St. Galler die Fashion-Victim-Flaniermeile am Rorschacher Hafen als Inspirationsquelle gedient zu haben :-)

Anspieltipp: Alone, Probieren, Recyclingplastiktüten, Demon

(maro)

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