Provinzpop – aus St. Gallen

Pedal-Heroes dank E-Bike

August7

Da Sonne in letzter Zeit Mangelware war, haben wir heute das schöne Wetter gleich zu einem Ausflug an den Bodensee genutzt. Aber nicht mit dem Auto oder dem Töff, sondern mit dem Pedelec;-) Mit dem… was?! Pedal electric cycle, auch besser bekannt als E-Bike. Ihr wisst schon, das sind diese Velos für Warmduscher, wo man beim bergauf fahren einen Elektromotor dazu schalten kann. Natürlich sind wir nicht im Besitz von solchem Teufelszeug, aber ausprobieren wollten wir es trotzdem. Deshalb sind wir zur Velostation am Bahnhof gegangen und haben uns dort 2 flotte Flyer E-Bikes ausgeliehen (mehr Infos gibt es unter www.rentabike.ch).

Der einzige Unterschied zu einem normalen Fahrrad ist der Akkupack am Rahmen unterhalb des Sattels und ein kleines Gerät am Lenker. Dort muss man auf „Power“ drücken und schon kann es losgehen. Es gibt drei Stufen, in denen man sich unterstützen lassen kann – Eco, Standard und High. Aber natürlich kann man auch ganz ohne Unterstützung fahren, also nur mit Muskelkraft. Das heißt dann „no assistance“. So ging es dann auch erst einmal los. Quer durch die Fussgängerzone beim Samstagsshopping (kleiner Spass!), dann raus aus der Stadt Richtung Rorschach. Bei der schnellen Abfahrt zum Bodensee erreichten die kleinen Flitzer auch ohne Motor rasante 44 km/h, aufgrund meiner mangelnden Downhill-Erfahrung wurde es mir da doch schon ein bisschen mulmig zumute. Aber dafür waren wir schnell in Rorschach. Da war nämlich heute Flohmarkt an der Seepromenade (juhu!), das hatten wir natürlich vorher in der Gratiszeitung Anzeiger gelesen und die Tour dementsprechend geplant. Rest vom Artikel lesen »

Das perfekte St. Galler Picknick

Oktober3

Die Vorbereitungen zum Wochenendausflug begannen diesmal schon am Donnerstag, als wir an der Straße zwischen Wittenbach und Lömmenschwil ein Schild mit dem verlockenden Angebot „Äpfel selber pflücken“ erblickten. Egal, ob Erdbeeren, Himbeeren oder Äpfel – wir sind bekennende Selbstpflücker. Das ist zwar ein wenig mühsamer, als das Obst bei Coop oder der Migros direkt in den Einkaufswagen zu legen, aber kann man die schönsten und süßesten Früchte nach Hause tragen. Und das zu einem Preis, den man im Supermarkt nicht einmal mit 50%-Aufkleber bekommen würde. Außerdem weiß man genau, bei wem das Geld bleibt und dass es sehr wahrscheinlich in die Äpfel vom nächsten Jahr investiert wird. Auf dem wunderschönen „Schäfli-Hof“ füllten wir also in freudiger Erwartung von leckerem Apfelmus und Kuchen unsere Körbe mit Booskop und Jonagold Red.

Heute habe ich dann einen Apfel-Aronia-Kuchen gebacken. Apfel ist schon klar, aber was zum … ist Aronia? Auch ich hatte einen Großteil meines Lebens in völliger Unwissenheit um die Aroniabeere (auch Schwarzbeere oder Apfelbeere) verbracht, das änderte sich jedoch schlagartig, als ich Leute kennenlernte, die Aroniapflanzen und -produkte verkaufen. Es handelt sich um eine kleine, dunkelviolette Beere mit einem bittersüßen Geschmack, die hauptsächlich zum Färben von Lebensmitteln verwendet wird. Und weil das Zeug ziemlich gesund ist (wegen der ominösen Antioxidantien), kann man es auch zu Saft, Sirup oder Konfitüre verarbeiten. Wie der Zufall es so wollte, hatte ich ein Glas Aronia-Konfitüre im Schrank. Also habe ich einen Mürbeteig gemacht, Äpfel geschält, halbiert, Kerngehäuse entfernt und die Apfelhälften mit Aronia-Konfitüre gefüllt. Dann kamen die Äpfel auf den Teig, noch ein Teig-Gitter drüber und fertig! Das Ergebnis sah dann so aus:

aronia-apfelkuchen

Und weil ich selten Kuchen backe, dachte ich, dass dieses Ereignis gebührend begangen werden muss und überredete meinem Mann zu einem Picknick. Als Neu-St. Georger (ja, wir wohnen jetzt im „Einheits-Schicht-Biotop“, wie ich heute im Kulturmagazin „Saiten“ lesen durfte) haben wir eine Menge Spazierwege direkt vor der Tür. Nochmal kurz zu den „Saiten“: Ich finde die ja wirklich gut, aber wenn die mich noch mal als eines von „zum Verwechseln ähnlichen Individuen“ bezeichnen, wandle ich mein Unterstützer-Abo nächstes Jahr in ein Normal-Abo um;-)

stgaller-picknick

Weil ich bald zu Kaffee aus der Thermoskanne und den selbstgebackenen Kuchen kommen wollte, kamen wir auf unserem Spaziergang nur bis zum Rütiweiher (na ja, muss wohl bald in Rütimoor umbenannt werden). Dort fanden wir am Bächli ein lauschiges Plätzchen fürs Picknick, ließen uns die Oktobersonne auf den Pelz scheinen und den Kuchen schmecken. Das ganze wurde untermalt vom Läuten der Kuhglocken, deren Trägerinnen auf der benachbarten Anhöhe friedlich weideten. Ein Bild für den Appenzeller-Kalender 2010, aber der ist sicher längst im Druck;-) Außerdem ja in St. Gallen, wir wollen mal die Kühe im Dorf lassen!

Provinzpop-Fazit: Ein perfektes Herbst-Picknick!

taro

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Literaturfest Rückblick

Mai3

Am vergangenen Wochenende fand das zweite Literaturfest “Wortlaut” in St. Gallen statt. Am 25. April konnte man für 20 Franken 16 Stunden St.Galler Literatur in all seinen Facetten ­geniessen. Natürlich hat sich Provinzpop diese Chance nicht entgehen lassen und einige Veranstaltungen besucht. Wir nutzten das schöne Wetter um durch die Stadt zu flanieren, da und dort zuzuhören und dabei ungewöhnliche Veranstaltungsorte zu entdecken. Natürlich konnten wir nicht alle Lesungen besuchen – aber unsere kleine Rundreise ergab doch einen recht repräsentativen Querschnitt.

Comedia Buchhandlung (16.30 Uhr)

Eine Comiclesung mit Tobias Fend (Stimme) und Beat Wipf (Gitarre). Tim in Tibet: Der Comic-Klassiker live vertont. Im Untergeschoss der Comedia Buchhandlung drängten sich geschätzte 20 Personen, die gespannt den Abenteuern von Tim, Kapitän Haddocks und den anderen Charakteren lauschten. Tobias Fend leistete ganze Arbeit. Leider war der Projektor nicht immer richtig scharf eingestellt und die hinteren Ränge konnten so die Comic-Strips an der Wand nicht ganz genau erkennen. Nach einer halben Stunde und dem Ende des ersten Teil des Abenteuers ging es weiter – gut, dass die gesamte Geschichte noch zu Hause nachgelesen werden konnte!

Vadian Bank (17.30 Uhr)

Autolesung

Lesung rund ums Automobil

In den ehrwürdigen Kellerräumen der Vadian Bank brachte die Autorengruppe “Ohrenhöhe” eine szenische Lesung zum Thema “Auto”.  Unter dem Titel “Gedieselt am 4. Fiat” erzählte die Ohrenhöhe unter anderem von merkwürdigen Ausflügen, sinnlichen Waschtagen, unverhofften Unfällen und vielem mehr.  Auch wenn szenisches Theater eigentlich nicht unser Fall ist, überzeugte uns die Darbietung (1 Stunde) voll und ganz. Leider war der große Raum nur wenig gefüllt – aber so gab es für jeden Zuhörer am Ende derVorstellung ein Duftbäumchen fürs Auto. Beim Apéro plauderten wir noch ein wenig mit René Oberholzer, Charlotte Maier und Helen Knöpfel von der Ohrenhöhe. Einziger Wermutstropfen: die unfreiwillig komische “Werbepause” vom GF der Vadian Bank vor der Lesung :-)
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Stadtentwicklung: Marktplatz Bohl

April10

Wenn man in einer Stadt lebt, ist die Stadtentwicklung natürlich ein allgegenwärtiges Thema. Ständig erlebt man Veränderungen, sieht, wie alte Häuser abgebrochen und neue Baugruben ausgehoben werden, ärgert sich über Umleitungen, wenn aufgrund von Bauarbeiten wieder eine Strasse gesperrt wird und wundert sich über so manche Entscheidung, die im Baudepartement getroffen wird. Derzeit gibt es in unserer Stadt einige mehr oder weniger umstrittene Um- und Neubauprojekte. Ein ganz zentrales ist die geplante Umgestaltung des Marktplatz Bohl mit Tiefgarage, neuer Markthalle und Abriss der Calatrava Wartehalle.

Calatrava Halle auf dem Bohl St. Gallen

Der schlauchähnliche Platz im Herzen der Stadt ist sicher kein Beispiel für ein besonders gelungenes architektonisches Ensemble, aber für uns gehört er zu den wenigen Orten in der Stadt, wo man ein ganz klein wenig Großstadtatmosphäre spürt. An Markttagen drängen sich die Kauflustigen, an lauen Sommerabenden sitzen die Leute in den Strassencafés, Jugendliche treffen sich zum Herumhängen, ab und zu streiten sich ein paar  Obdachlose um das  letzte Bier – kurzum, es ist immer was los :-)

Die öffentliche Diskussion um die Umgestaltung ist schon seit einiger Zeit in vollem Gange, und nun widmet sich auch die Erfreuliche Universität des Palace mit einer dreiteiligen Vortragsreihe diesem Thema. Die Reihe trägt den Titel: Tiefenbohrung am Marktplatz. Am vergangenen Dienstag fand der erste Vortrag statt, der St. Galler Historiker Maurus Bieler versuchte, einen Einblick in die inzwischen fast 600-jährige Geschichte des Marktplatz Bohl zu geben. Er verortet die “Geburtsstunde” des Bohl auf den 20. April 1418 – der Tag des Stadtbrands von St. Gallen. Danach war der Weg frei für eine Bebauung und Nutzung des Areals für Märkte und Handel. 1584 wurde das Waaghaus gebaut, welches als letztes historisches Gebäude dem Platz einen Rest-Charme verleiht – alle anderen Gebäude sind leider im Laufe der Zeit abgerissen worden. Durch die Überdeckung und spätere Kanalisierung des Irabachs konnte ein länglicher breiter “Graben” zwischen dem Schibener- und Brühltor geschaffen werden und ermöglichte dadurch die Platzkonfiguration Marktplatz-Bohl, die der heutige Besucher kennt. Rest vom Artikel lesen »

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50 Franken Gutschein?

März24

Der St. Galler Stadtrat will, wie dies bereits die einschlägigen Medien berichteten,  zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft an die St. Galler Bevölkerung Einkaufsgutscheine im Wert von 50 Franken verteilen. Der Grund? Die laufende Rechnung der Stadt 2008 schliesst mit einem Überschuss von 1,6 Millionen Franken ab, wegen höherer Steuereinnahmen. Kein Wunder, ist der Kanton St.Gallen im Vergleich ein Hochsteuergebiet…

50-sfr-gutschein

Während sich die Bevölkerung laut einiger Umfragen über so einen Gutschein freuen würde, hält man in der Politik nicht viel von einem Einkaufsgutschein (siehe Tagblatt). Denn natürlich besteht noch überhaupt keine Einigkeit im Stadtparlament und entschieden ist auch noch nichts. Interessant wird auch die Verteilung werden, sollte es zum Gutschein kommen. Im Briefkasten? Ist jeder Gutschein mit Namen bedruckt? Gibt es eine Verteilaktion auf dem Marktplatz, vielleicht mit einer Konfetti-Kanone? Letztere Methode würde sicherlich für einiges Aufsehen sorgen – und etliche Bürger könnten nach dem Frankenverschuss gleich den erbeuteten Gutschein in der Ambulanz für die Verarztung ausgeben :-)

(maro)

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