Provinzpop – aus St. Gallen

Musik-Tipp: Blue

März4

Gibt es ein Tool, mit dem man seine Bookmarks auf tote Links kontrollieren kann? Dieser Gedanke kam mir heute beim Aufräumen der gesammelten Link-Werke im Firefox-Browser. Man kennt das, viele Links greifen nach ein paar Monaten, seltener nach ein paar Jahren ins Leere und befördern 404er zu Tage. Bei einem Bookmark, was ich vor rund 3 Jahren angelegt habe, kam aber tatsächlich immer noch ein Ergebnis. Es war die Sounddatei “Blue” von der Gruppe Adi Lukovac i Ornamenti. Ein Stück, was ich damals durch Zufall fand, und was mich faszinierte. Es gibt Musikstücke, die lassen sich einfach nicht einordnen – Aber sie bringen eine bestimmte Saite in Dir zum klingen.

Keine Ahnung, was die Jungs aus Bosnien Herzegovina dort singen, aber es klingt verdammt emotional. Hier wird alles zusammengeworfen, was einen großen Track ausmacht. Kitsch, Verzweiflung, Noise, keine Ahnung – man kann es einfach nicht beschreiben. Der Radiosender FM4 hat es trotzdem versucht:

“Their music drives the force from combining traditional instruments and ethno sounds with modern but dark breakbeat rhythms comprising the elements of apocalyptic (post) war experiences.” (Quelle)

Es gibt zwei Alben von Adi Lukovac i Ornamenti Pomjeranja (1999) und Fluid (2001). Das Stück “Blue” findet man auf keinem der Alben – auch kann ich mich mit den meisten anderen Stücken leider nicht recht anfreunden (“Fall” auf der Fluid-Scheibe ist noch recht gut). Die einzige Veröffentlichung (von diversen mp3-Portalen einmal abgesehen) von Blue ist auf dem reichlich schrägen Sampler “Nepopularni singlovi / Unpopular Singles” zu finden. Dort gibt es auch ein zweites Stück von Adi Lukovac ohne Ornamenti namens “Hazurila“. Aber das Lied bleibt ein Ausnahmestück in meinen Augen – leider nicht mehr wiederholbar, denn Adi Lukovac starb 2006 bei einem tödlichen Autounfall. R.I.P.

(maro)

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