Langeweile, keine Ahnung, wohin und noch keine Pläne fürs Wochenende? Kein Problem, Provinzpop hilft, denn am kommenden Wochenende steppt der St. Galler Bär! Es sind einige interessante Veranstaltungen geplant, die auch eingefleischte Stubenhocker mal für ein paar Stunden rauslocken sollten. Zuerst einmal findet am Freitagabend ab 20.00 Uhr das Honky Tonk Festival statt. Als Ex-Leipzigerin habe ich schon viele Honky Tonks mitgemacht, und deshalb freue ich mich, dass ich auch hier in St. Gallen ein Bier in die Hand und ordentlich Musik auf die Ohren bekomme. Das Leipziger Honky Tonk ist mit 130 Bands inzwischen das größte Kneipenfestival Europas, aber auch St. Gallen muss sich mit 37 Bands in 32 Lokalen nicht verstecken! Viel Spaß und die Ohrstöpsel nicht vergessen!
Wer am Samstag früh rechtzeitig aus den Federn kommt, kann gleich mit dem nächsten Festival weitermachen – etwas leiser, aber das ist vielleicht auch ganz gut nach der vielen Musik. Von 9.00 Uhr früh bis 1.00 Uhr nachts kommen Literaturfans bei Literaturfest Wortlaut auf ihre Kosten. An 20 verschiedenen Veranstaltungsorten gibt es Lesungen, Hörspiele, Texte und Musik und sogar die Entstehungsgeschichte eines Bilderbuchs.
Weil ein bisschen Kunst noch niemandem geschadet hat, und etwas Stil sowieso nicht, sei hier noch die Art & Style 2009 empfohlen. Die Messe für internationale Trends in Kunst und Design findet vom 24.-26. April in der Messehalle 3.1 auf dem OLMA-Gelände statt. Über 40 Aussteller zeigen Malerei, Skulpturen, Möbeldesign, Keramik, Schmuck, Grafik, Fotografie und mehr! Der Eintritt ist übrigens frei.
Und wem das alles hier zuviel mit Kunst und Kultur zu tun hat, der kann einfach zu den Vorarlberger Nachbarn fahren. In Feldkirch gibt es von Freitag bis Sonntag die Vinobile 2009. Für 15 Euro pro Tag könnt Ihr Weine und Käse degustieren, oder wie sagte gleich meine Arbeitskollegin: “15 Euro zahlen und saufen bis zum Umfallen!”
Heute gab’s den dritten “Sonntagsbrunch” und eine Premiere – ein Brunchbuffet! Dazu begaben wir uns ins Hotel Dom im St. Galler Klosterviertel. Das Hotel mit Tagesrestaurant bietet seinen Gästen jeden Sonntag von 11.00 – 14.00 Uhr ein Brunchbuffet mit kalten und warmen Speisen für 26 Franken. Abgesehen davon, dass das in St. Gallen schon etwas Außergewöhnliches ist, kann das Hotel Dom noch mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: Das Haus wird von 55 Mitarbeitern mit leichten Behinderungen geführt, die von einem erfahrenen Leitungsteam bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Träger ist der Verein “förderraum”, der es sich zum Ziel gesetzt hat, behinderten Menschen Ausbildungs-, Arbeits- und Wohnmöglichkeiten anzubieten. Das Konzept funktioniert, die Servicemitarbeiter im Restaurant sind gut ausgebildet und sehr engagiert. Als Gast bemerkt man praktisch nichts vom Handicap der Mitarbeiter. Rest vom Artikel lesen »
Die Schweiz ist, gemessen an den umliegenden Ländern, ein sehr sauberes Land. Nirgendwo sonst gibt es Güsel Ranger – und die St.Galler kennen sicher noch den SauBÄR (auch bekannt als Bärsau *g*). Aber nicht nur die Städte werden sauber gehalten, sondern auch die Berge sollen strahlen. Dazu gibt es die Schweizer Felsenputzer. Die kümmern sich um den bösartigen Vogeldreck, den widerborstige Vögel einfach so auf die Berge und Felsen fallen lassen. Für diese ehrenvolle Aufgabe sucht das Schweizer Tourismusbüro noch Freiwillige. Aber, seht selbst:
Momentan strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel – ein Umstand, den man als Bewohner des „kalten, zugigen Lochs namens St. Gallen“ (O-Ton eines Arbeitskollegen aus dem Rheintal) unbedingt zu einem Ausflug nutzen sollte. Und weil an solchen Tagen die einschlägigen städtischen Naherholungsgebiete (Drei Weieren, Wildpark, Gübsen, Rosenberg) bekanntlich von Heerscharen St. Gallern heimgesucht werden, fahren wir dann gern auf’s Land. Zum Beispiel in den Thurgau, da kommt man sogar mit dem Velo hin, ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen, da es bergab geht (die Heimfahrt ist dafür etwas mühsamer).
Quelle am Thonisteg
Auf der Suche nach neuen Zielen in der näheren Umgebung stießen wir auf der Webseite von Arbon auf die Themenwege “Kulturpfade” rund um Frasnacht bei Arbon. Also, bequeme Schuhe angezogen, Sonnenbrillen aufgesetzt und los nach Frasnacht. Wenn man mit dem Auto kommt, stellt man dieses am besten hinter der Kirche ab und folgt dann dem Schild Richtung Kratzern. Dort stößt man am Ende der Straße auf die Mostgalerie und das Strohhotel der Familie Stäheli. Wir erwarteten nun Hinweisschilder oder Tafeln zu den Kulturpfaden, wurden allerdings nicht fündig. Glücklicherweise saßen die Stähelis im Garten, und als wir sie nach den Themenwegen fragten, eilte Frau Stäheli sofort ins Haus. Kurz darauf tauchte sie mit mehreren Flyern wieder auf. Diese bestanden jeweils aus einer Karte, in der verschiedene Punkte eingezeichnet waren, und den dazugehörigen Beschreibungen. Wir entschieden uns für die mittlere Tour mit dem schönen Namen “Obstgarten“.
Wenn man in einer Stadt lebt, ist die Stadtentwicklung natürlich ein allgegenwärtiges Thema. Ständig erlebt man Veränderungen, sieht, wie alte Häuser abgebrochen und neue Baugruben ausgehoben werden, ärgert sich über Umleitungen, wenn aufgrund von Bauarbeiten wieder eine Strasse gesperrt wird und wundert sich über so manche Entscheidung, die im Baudepartement getroffen wird. Derzeit gibt es in unserer Stadt einige mehr oder weniger umstrittene Um- und Neubauprojekte. Ein ganz zentrales ist die geplante Umgestaltung des Marktplatz Bohl mit Tiefgarage, neuer Markthalle und Abriss der Calatrava Wartehalle.
Der schlauchähnliche Platz im Herzen der Stadt ist sicher kein Beispiel für ein besonders gelungenes architektonisches Ensemble, aber für uns gehört er zu den wenigen Orten in der Stadt, wo man ein ganz klein wenig Großstadtatmosphäre spürt. An Markttagen drängen sich die Kauflustigen, an lauen Sommerabenden sitzen die Leute in den Strassencafés, Jugendliche treffen sich zum Herumhängen, ab und zu streiten sich ein paar Obdachlose um das letzte Bier – kurzum, es ist immer was los
Die öffentliche Diskussion um die Umgestaltung ist schon seit einiger Zeit in vollem Gange, und nun widmet sich auch die Erfreuliche Universität des Palace mit einer dreiteiligen Vortragsreihe diesem Thema. Die Reihe trägt den Titel: Tiefenbohrung am Marktplatz. Am vergangenen Dienstag fand der erste Vortrag statt, der St. Galler Historiker Maurus Bieler versuchte, einen Einblick in die inzwischen fast 600-jährige Geschichte des Marktplatz Bohl zu geben. Er verortet die “Geburtsstunde” des Bohl auf den 20. April 1418 – der Tag des Stadtbrands von St. Gallen. Danach war der Weg frei für eine Bebauung und Nutzung des Areals für Märkte und Handel. 1584 wurde das Waaghaus gebaut, welches als letztes historisches Gebäude dem Platz einen Rest-Charme verleiht – alle anderen Gebäude sind leider im Laufe der Zeit abgerissen worden. Durch die Überdeckung und spätere Kanalisierung des Irabachs konnte ein länglicher breiter “Graben” zwischen dem Schibener- und Brühltor geschaffen werden und ermöglichte dadurch die Platzkonfiguration Marktplatz-Bohl, die der heutige Besucher kennt. Rest vom Artikel lesen »