Das perfekte St. Galler Picknick
Die Vorbereitungen zum Wochenendausflug begannen diesmal schon am Donnerstag, als wir an der Straße zwischen Wittenbach und Lömmenschwil ein Schild mit dem verlockenden Angebot „Äpfel selber pflücken“ erblickten. Egal, ob Erdbeeren, Himbeeren oder Äpfel – wir sind bekennende Selbstpflücker. Das ist zwar ein wenig mühsamer, als das Obst bei Coop oder der Migros direkt in den Einkaufswagen zu legen, aber kann man die schönsten und süßesten Früchte nach Hause tragen. Und das zu einem Preis, den man im Supermarkt nicht einmal mit 50%-Aufkleber bekommen würde. Außerdem weiß man genau, bei wem das Geld bleibt und dass es sehr wahrscheinlich in die Äpfel vom nächsten Jahr investiert wird. Auf dem wunderschönen „Schäfli-Hof“ füllten wir also in freudiger Erwartung von leckerem Apfelmus und Kuchen unsere Körbe mit Booskop und Jonagold Red.
Heute habe ich dann einen Apfel-Aronia-Kuchen gebacken. Apfel ist schon klar, aber was zum … ist Aronia? Auch ich hatte einen Großteil meines Lebens in völliger Unwissenheit um die Aroniabeere (auch Schwarzbeere oder Apfelbeere) verbracht, das änderte sich jedoch schlagartig, als ich Leute kennenlernte, die Aroniapflanzen und -produkte verkaufen. Es handelt sich um eine kleine, dunkelviolette Beere mit einem bittersüßen Geschmack, die hauptsächlich zum Färben von Lebensmitteln verwendet wird. Und weil das Zeug ziemlich gesund ist (wegen der ominösen Antioxidantien), kann man es auch zu Saft, Sirup oder Konfitüre verarbeiten. Wie der Zufall es so wollte, hatte ich ein Glas Aronia-Konfitüre im Schrank. Also habe ich einen Mürbeteig gemacht, Äpfel geschält, halbiert, Kerngehäuse entfernt und die Apfelhälften mit Aronia-Konfitüre gefüllt. Dann kamen die Äpfel auf den Teig, noch ein Teig-Gitter drüber und fertig! Das Ergebnis sah dann so aus:

Und weil ich selten Kuchen backe, dachte ich, dass dieses Ereignis gebührend begangen werden muss und überredete meinem Mann zu einem Picknick. Als Neu-St. Georger (ja, wir wohnen jetzt im „Einheits-Schicht-Biotop“, wie ich heute im Kulturmagazin „Saiten“ lesen durfte) haben wir eine Menge Spazierwege direkt vor der Tür. Nochmal kurz zu den „Saiten“: Ich finde die ja wirklich gut, aber wenn die mich noch mal als eines von „zum Verwechseln ähnlichen Individuen“ bezeichnen, wandle ich mein Unterstützer-Abo nächstes Jahr in ein Normal-Abo um;-)

Weil ich bald zu Kaffee aus der Thermoskanne und den selbstgebackenen Kuchen kommen wollte, kamen wir auf unserem Spaziergang nur bis zum Rütiweiher (na ja, muss wohl bald in Rütimoor umbenannt werden). Dort fanden wir am Bächli ein lauschiges Plätzchen fürs Picknick, ließen uns die Oktobersonne auf den Pelz scheinen und den Kuchen schmecken. Das ganze wurde untermalt vom Läuten der Kuhglocken, deren Trägerinnen auf der benachbarten Anhöhe friedlich weideten. Ein Bild für den Appenzeller-Kalender 2010, aber der ist sicher längst im Druck;-) Außerdem ja in St. Gallen, wir wollen mal die Kühe im Dorf lassen!
Provinzpop-Fazit: Ein perfektes Herbst-Picknick!
taro
[...] sich ein nettes Picknick in der schönen Herbstsonne. Doch das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal an einer anderen Stelle erzählt werden soll… 03. Oktober 2009 von Manuel Weitere Artikel zum Thema: Perfektes Müsli [...]