Weckdienst für 40 Franken
Schon mal um 5 Uhr in der Früh von der netten StaPo aus dem Schlaf geklingelt worden? Wenn ihr diese Frage mit JA beantworten könnt, dann wisst ihr, wie ich mich heute früh um 5.04 Uhr gefühlt habe, als zwei Herren in Uniform Sturm geläutet haben. Und das kam so:
In der Nacht vom Sonntag auf Montag hat es einige Zentimeter Neuschnee gegeben. Wer dachte, der Föhn der letzten Woche wäre ein Zeichen des herannahenden Frühlings, wurde so eines besseren belehrt. Das ist natürlich erst einmal nur etwas ärgerlich für Autolenker, da diese am Morgen vor dem Weg zur Arbeit ihr Wägelchen vom Schnee befreien müssen. Nun gibt es aber in St. Gallen eine große Ausfallstraße, die bei Schneefall geräumt werden muss, da ansonsten die Straßenbahn nach Trogen nicht mehr vorwärts kommt. Wer sein Auto auf den blaue-Zone-Parkplätzen an dieser Strasse über Nacht abstellt, hat dann ein Problem. Denn wenn geräumt werden soll, wird der eigentlich legale Parkplatz zum Halteverbot – ab 4 Uhr in der Früh. Damit der Weg frei wird, kommt dann ein Abschleppwagen und entfernt die Fahrzeuge, die nicht bis 3.59 Uhr das Weite, bzw. einen “sicheren” Parkplatz sucht haben.

Während wir vorletzten Winter dank ausländischem Kontrollschild noch in den Genuss des lustigen Spiels “such das Auto” (und “finde” es für 290 Franken) kamen, gab es dieses Mal den günstigeren Weck-Service für nur 40 Franken. Die Stadtpolizei fuhr gegen 4 Uhr die besagte Ausfallstrasse entlang und notierte sich die Fahrzeuge, die widerrechtlich dort parkierten. Die Halter, die in erreichbarer Nähe wohnen, bekamen dann Besuch von der StaPo, die sie freundlich darauf hinwiesen, dass gleich geräumt wird, und man bitte innerhalb von 10 Minuten das Auto zu entfernen habe. Dieser “Service” kostete dann 40 Franken, da man ja seit 1 Stunde und 5 Minuten im (temporären) Halteverbot stand. Zwar habe ich kurz überlegt, wieder ins Bett zu gehen – aber da die Nachtruhe eh vorbei war, entschloss ich mich doch dazu, nach draussen zu gehen.
Und so stand ich mit anderen Glückspilzen vor den Autos, auf denen etwa 10cm dicke weisse Hauben lagen. Heissa, was ein Spass es doch war, total verpennt das Auto freizukratzen
Als das erledigt war, begann natürlich der zweite Teil des unerwarteten Frühsports -denn nun ging es auf die Suche nach einem Parkplatz, der noch frei war. Endlich fand ich einen, oder zumindest dachte ich mir das, denn die blauen Linien konnte man aufgrund des Schnees (der in der kleinen versteckten “Not-Parkplatz”-Strasse natürlich noch nicht geräumt war) nicht so gut erkennen. Um 5.30 Uhr konnte ich dann zurück ins warme Bett – aber an viel Schlaf war da schon nicht mehr zu denken. Aber, immerhin mal wieder richtig früh aus den Federn gekommen. Danke noch einmal!